Geist, Meditation

Wie du die Macht der Gedanken nutzt [+Praxistest]

(Lesezeit 5 Minuten)

Kein spiritueller Hokuspokus, sondern Biochemie.

Erfahre in diesem Beitrag was du tun musst, um die Macht deiner Gedanken in deinem Alltag wirken zu lassen. Lerne den biochemischen Ablauf kennen, der aus einem Gedanken eine Emotion hervorbringt und schließlich eine Gewohnheit entstehen lässt. Am Ende machst du ein kurzes Experiment, in dem du am eigenen Leib erfährst, wie deine Gedanken deinen Körper innerhalb weniger Sekunden verändern.

Ist es möglich Herzschlag, Atmung und Stoffwechsel zu kontrollieren?

Es gibt eine Art der Intelligenz, die uns in jedem Augenblick Leben schenkt. Jene Kraft in uns, die wir als Chi, Prana, Energie oder Lebenskraft bezeichnen. Sie funktioniert anders als der bewusste Geist. Sie ist unbewusst und unglaublich aufmerksam.

Diese Kraft lässt unser Herz ohne Unterbrechung mehr als 100.000 Mal pro Tag schlagen. Dabei pumpt es rund 5 Liter Blut pro Minute durch ein Adersystem von nahezu 100.000 Kilometern Länge. Alle 20 bis 60 Sekunden hat jede Blutzelle den gesamten Körper einmal durchreist. In dem Moment der Einatmung verlierst du 3 Millionen rote Blutkörperchen, die in der nächsten Sekunde bereits wieder ersetzt sind.

Wenn wir das Gehirn als Steuerungsinstrument aller bewussten und unbewussten Körperfunktionen definieren und wenn der menschliche Geist das Produkt des Gehirns ist – wer oder was bewirkt dann eine Veränderung?

Mit unserem freien Willen können wir unser tägliches Handeln organisieren, doch wir ahnen, dass der freie Wille nur die Spitze des Eisbergs ist.

Die Frage ist: Wer oder was ist diese universelle Kraft und wie können wir mit ihr in Kontakt treten?

Gehirn, Geist, Bewusstsein

Das Gehirn kann sich nicht aus sich selbst heraus erneuern. Der Geist kann das Gehirn nicht verändern, weil er ein Produkt desselben ist. Das Gehirn kann die Arbeit des Geistes nicht verändern. weil es nur die Hardware ist. Und zu guter Letzt kann auch das Gehirn das Gehirn nicht verändern, weil es ohne Geist eine leblose Masse aus Wasser, Fett und Proteinen ist.

Vorausgesetzt es ist möglich, die Funktionen von Gehirn und Geist durch gezieltes Training zu verbessern – was ist dann das Werkzeug dazu? Wie muss ein Training des Geistes aufgebaut sein, um das Gehirn umzugestalten, bzw. welche Impulse benötigt das Gehirn, um seine Materie zu verändern?

Die Antwort liegt im menschlichen Bewusstsein. Das Bewusstsein ermöglicht es uns, zu denken und unseren Denkprozess gleichzeitig zu beobachten.

Die Wirkung von Gedanken auf die Materie des Körpers

Die Vorstellung, dass Gedanken Wirklichkeit erzeugen, ist nicht neu. Auf der physischen Ebene erzeugt jeder Gedanke zunächst eine biochemische Reaktion im Gehirn. Dabei entsteht ein spezifischer chemischer Stoff, der zu einem bestimmten Körpergefühl gehört.

Das Gehirn setzt chemische Stoffe frei, die an den Körper übermittelt werden. Dank dieser Botenstoffe (Neurotransmitter) fühlt dein Körper, was du gerade gedacht hast.

Und da der Körper der Übersetzter der Emotionen ist, führt die ausgelöste Emotion unmittelbar zu einer körperlichen Reaktion (Körpersprache).

Dieser ganze Prozess läuft schneller ab als die Lichtgeschwindigkeit.

Wenn du glückliche oder positive Gedanken hast, produziert dein Gehirn Chemikalien, die freudige oder energiereiche Gefühle hervorrufen. Dein Gehirn schüttet den Neurotransmitter Dopamin aus, der deinen Körper in diesen freudigen Gedanken unterstützt.

Hast du dagegen Gedanken von Wut oder Hass, produziert dein Gehirn sogenannte Neuropeptide und dein Körper reagiert mit Gefühlen von Minderwertigkeit, Ärger oder Hass.

Auf diese Weise werden deine Gedanken unmittelbar Wirklichkeit!

Big Brother is watching you

Dein Gehirn prüft den Zustand deines Körpers ständig und wertet ihn aus. Hat dein Körper mit einem Gefühl auf einen Gedanken reagiert, wird das vom Gehirn registriert.

Als Antwort auf diese körperliche Reaktion produziert das Gehirn neue und ähnliche Gedanken, welche wiederum die passenden Botenstoffe freisetzen. Im Ergebnis also ein Kreislauf aus Gedanken und Emotionen, der sich positiv oder negativ verstärkt.

Diese Endlosschleife hat eine entscheidende Wirkung darauf, wie du dich dauerhaft fühlst und verhältst. In diesem Prozess werden einerseits Chemikalien und Botenstoffe hin und hergeschickt, andererseits bildet sich eine Datenautobahn.

Gewohnheiten entstehen aus Datenautobahnen

Wenn ein Gedanke oder eine Emotion wieder und wieder im Gehirn gemeldet wird, entsteht eine Datenautobahn.

Angenommen, ein Mensch hängt den größten Teil des Tages in Gedanken und Gefühlen fest, die sich um seine innere Unsicherheit drehen.

Steht er dann vor einer Herausforderung in seinem Leben, so erzeugt sein Gehirn zuerst einen Gedanken, z.B. dass er nicht klug genug sei, um diese Herausforderung zu meistern.

Im nächsten Augenblick setzt sein Gehirn eine entsprechende Chemikalie frei, die in seinem Körper ein Gefühl der Verunsicherung auslöst. Jetzt fühlt er sich, wie er denkt.

Im nächsten Moment beginnt der Körper, das Gefühl in der Außenwelt abzubilden, in Form einer gebückten und schlaffen Körperhaltung.

Eine energielose Körperhaltung erzeugt wiederum Emotionen, die weitere Gedanken der Verunsicherung erzeugen. So schaukelt sich das Ganze weiter auf.

Gedanken werden Wirklichkeit

Gedanken werden Wirklichkeit

Nach solch einem jahrelangen Biofeedback-Kreislauf verfestigen sich Gefühle und Gedanken. Es bildet sich eine Gewohnheit und der Mensch lebt in einem Seinszustand der Verunsicherung.

Power Posing – Mind over Matter

Das Ganze funktioniert natürlich auch umgekehrt. Nicht nur der Geist kann Emotionen erzeugen und damit den Körper beeinflussen. Der Körper kann auch Emotionen erzeugen und damit den Geist beeinflussen.

In Emotion steckt das Wort Motion. Allein durch Bewegung bist du also in der Lage, deinen Chemiehaushalt und damit deine Emotionen und Gedanken zu beeinflussen. Wenn du z.B. deine Arme lang über den Kopf ausstreckst und deine Finger zu einem Victory Zeichen formst, erhöht sich dein Testosteronspiegel innerhalb von wenigen Minuten um bis zu 30%. Und mit einem hohen Testosteronspiegel verändern sich deine Emotionen. Du fühlst du dich mächtiger, aggressiver und selbstbewusster.

Eine kraftvolle Körperhaltung erzeugt positive Emotionen.

Eine kraftvolle Körperhaltung erzeugt positive Emotionen.

Praxistest: Mind over Matter

Wie sehr Körper und Geist sich gegenseitig beeinflussen möchte ich dir anhand eines kleinen Experimentes beweisen. Ich denke, dieser kleine Praxistest sorgt für das nötige Aha-Erlebnis. Du kannst das Experiment ganz einfach sofort ausführen. Es beansprucht nicht länger als 2 Minuten deiner Zeit.

Schritt 1: Stelle dich aufrecht hin und breite die Arme wie zwei Flügel nacht rechts und links aus.

Schritt 2: Nun verdrehst du den Oberkörper gegen den Unterkörper im Uhrzeigersinn, solange bis es nicht mehr weitergeht. Deine Füße bewegen sich nicht. Den Endpunkt merkst du dir. (Ein Punkt an der Wand, an einem Möbel, etc.

Schritt 3: Zurück in die Ausgangsposition. Du stellst dich gerade hin, die Arme hängen locker neben deinem Körper. Schließe deine Augen. Und nun führst du dieselbe Bewegung ausschließlich in deiner Vorstellung aus: Betrachte dich von außen. Stell dir vor, wie du deine Arme wie zwei Flügel ausstreckst. Stell dir vor, wie du deinen Oberkörper gegen den Unterkörper verdrehst. Und jetzt kommt das Entscheidende: In deiner Vorstellung gehst du über die natürlichen Grenzen deines Körpers hinaus. Du beobachtest dich dabei, wie dein Körper sich wie eine Schraube verdreht, sich 360° um die eigene Achse dreht und sich in den Himmel schraubt.

Öffne die Augen für den 4. und letzten Schritt.

Schritt 4: Stelle dich, wie im 1. Schritt, gerade auf, die Arme wie zwei Flügel ausgebreitet. Verdrehe jetzt erneut den Oberkörper im Uhrzeigersinn gegen den Unterkörper, solange bis es nicht mehr weitergeht.

Was fällt dir auf?

Weil du in Schritt 3, Kraft deiner Gedanken über deine körperlichen Grenzen hinausgegangen bist, konntest du nun auch in der Realität (Schritt 4) deine körperlichen Grenzen überwinden.

Fazit

Unser Seinszustand hängt davon ab, was wir denken und fühlen. Und die Intensität oder die Energie dieser Gedanken hat einen direkten Einfluss auf unsere Gegenwart und unsere Zukunft. Mit unseren Gedanken erschaffen wir also nicht nur unsere tägliche Realität, sondern auch den Menschen, der wir in der Zukunft sein werden.

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Keep calm & surf, jam, live in a van

Pics: www.pexels.com
Quelle und weiterführende Literatur: Schöpfer der Wirklichkeit – Dr. Joe Dispenza