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Wie Eisbäder deine Intuition verbessern und du schneller abnehmen kannst

(Lesezeit ca. 5 Minuten / Videozeit ca. 10 Minuten)

Die kalte Dusche kehrt zurück ins Badezimmer.

Der Holländer Wim Hof aka „The Iceman“ ist Weltrekordhalter. Er hält über zwanzig Rekorde im Eisbaden. Knapp zwei Stunden ist sein Körper und sein Geist in der Lage extremen Temperaturen zu trotzen. Wim Hof hat nachgewiesen, dass Kälte nicht nur beim Abnehmen nutzt, sondern zur Heilung von diversen Krankheiten beitragen kann. Seine Methode ist dadurch weltberühmt geworden, weil er behauptet, jeder könne diese Fähigkeit erlernen. Ich selbst habe begeistert an einem seiner Seminare teilgenommen und seine Methode studiert. Doch das ist noch nicht alles…

Der Effekt kalter Thermogenese auf das Unterbewusstsein

Ein Sideeffekt von Eisbädern, den Wim Hof nicht explizit erwähnt, ist die Wirkung von Kälte auf das Unterbewusstsein und die Intuition. Kälte ist für das Gehirn nämlich nichts anderes als ein (positiver) Stimulus, der ein Urzeitprogram in unserem Gehirn auslöst. In diesem Urzeitprogram gibt es nur Kampf oder Flucht.

Dieser Kälteschock-Reflex geht auf dieses Urzeitprogram zurück und ist so gut wie unkontrollierbar. Mit der auftretenden Schnappatmung versucht unser Körper sich mit Sauerstoff zu füllen, um den Temperaturabfall auszugleichen, sich selbst zu regulieren und wieder ein Gleichgewicht (Homeostase) herzustellen. Dabei verbrennt er auch vermehrt Kalorien. Andererseits wird den Muskeln möglichst schnell Energie bereit gestellt, um der Gefahrenquelle zu entkommen.

Aber alles der Reihe nach

Dieser Prozess passiert nicht einfach so, sondern vor allem durch die Ausschüttung verschiedener Hormone wie Adiponektin und Irisin.

Adiponektin und Irisin

Der Nutzen von Adiponektin ist überaus interessant. Es verbrennt im Wesentlichen Fett. Unser Körper bildet zwei Arten von Fett, braunes und weißes. Das weiße Fett bildet unser Hüftgold und den Bauchansatz. Braunes Fett dagegen sitzt zwischen den Muskeln. Der große Unterschied ist, dass braunes Fett mit Mitochondrien versehen ist, die metabolisch aktiv werden können. Braunes Fett kann also Kalorien verbrennen, unter anderem auch weißes Fett.

Wenn unser Körper extremer Kälte ausgesetzt ist, passieren zwei Dinge im Fettstoffwechsel. Das vorhandene braune Fett beginnt, Kalorien zu verbrennen, um den Körper zu erwärmen. Gleichzeitig führt die Ausschüttung von Irisin dazu, weißes Fett in braunes umzuwandeln, um dem Körper weitere Ressourcen zur Energiegewinnung zu liefern.

Der Botenstoff Irisin wird vom Muskelgewebe abgegeben. Irisin wird auch während einem anstrengendem Training freigesetzt, jedoch 4-5 mal langsamer als bei der kalten Thermogenese. Irisin bewirkt niedrigere Myostatinstufen. Myostatin ist ein Protein, welches Muskelwachstum hemmt und den Körper vor unkontrollierbarem Muskelwachstum schützt.

Weniger Myostatin bedeutet daher größere Muskeln. Irisin ist außerdem an dem Prozess beteiligt, weißes Fett braun zu machen. Das bedeutet, dass extrem intensive kalte Thermogenese weißes Fett dazu bringt so zu funktionieren wie braunes Fett. Irisin hat außerdem einen Dehnungseffekt auf die Telomere und somit einen Anti-Aging-Effekt, ausgelöst durch Eisbäder.

Die Methode „Eisbad“ hilft auch, das Immunsystem anzukurbeln, Schlafstörungen zu beseitigen, sich von Workouts zu erholen und den Muskelaufbau anzukurbeln.

Wie kalt muss es sein?

Beim Duschen ist es so gut wie unmöglich, das Wasser zu kalt zu drehen. Bei Eisbädern kann man nicht wirklich etwas falsch machen.

Wie lange muss ein Eisbad sein, um von den Vorteilen zu profitieren?

Die ersten Effekte der Hyperventilation finden sofort statt. Steige zum Beispiel unter die kalte Dusche und dein Körper holt sich sofort den Sauerstoff, den er braucht. Das merkst du durch die auftretende Schnappatmung oder Hyperventilation. Die Ausschüttung von Hormonen duert etwas länger. Ein Eisbad sollte mindestens 5-10 Minuten dauern.

Flow Erlebnisse während eines Eisbad?!

Extreme Kälte bewirkt, neben den gesundheitsfördernden Aspekten, eine positive Stresssituation. Positiver Stress entsteht immer dann, wenn wir ein Risiko eingehen, die Komfortzone verlassen und etwas neues wagen. Das beste Beispiel für konzentrierten positiven Stress finden wir z.B. im Extremsport.

Big Wave Surfer berichten immer wieder davon, dass sie in extremen Stress Situationen intuitiv handeln. Der Verstand ist in Situationen, in denen es auf Bruchteile von Sekunden ankommt, einfach zu langsam.

Blitzschnell erzeugt das Unterbewusstsein eine Mustererkennung und gibt einfache, intuitive Handlungsempfehlungen. Diese gehen vorbei an der Ratio und werden direkt vom Körper umgesetzt. Anschließend befragt, antworten diese Menschen dann von Flow Erlebnissen.

Natürlich kann nicht jeder surfen, Fallschirm springen oder Bungee Jumping, um in den Genuß solcher FLow Erlebnisse zu kommen. Kälte Anwendungen und Eisbäder sind jedoch ein brauchbarer Ersatz, um seiner Intuition zu lauschen.

Warum Kälte unsere Intuition anregt

Jede Sekunde schicken unsere Sinne Millionen von Einzeleindrücken an das Gehirn. Müssten wir diese Informationen bewusst auswerten, wären wir schlichtweg überfordert. Nach 40 Sinneseindrücken, die unser Gehirn erreichen, wird der stete Input daher auf einen anderen Speicher umgeleitet: ins Unterbewusstsein. Dort lagert das Wissen so lange, bis wir es brauchen.

Hier haben wir eine wichtige Parallele zwischen Kälte Anwendungen und geballtem positivem Stress: Beides schaltet die dominante Ratio vorübergehend aus und macht den Weg frei für unsere Intuition. Und diesen Umstand können wir uns kreativ zu nutze machen.

Ein Problem oder eine Fragestelllung, die wir uns selbst während eines Eisbades stellen, befähigt unser Unterbewusstsein eine Idee oder Antwort zu offenbaren. Wir haben eine Intuition und wissen plötzlich etwas, das wir uns nicht erklären können.

Fazit

Das Bewusstsein verschlingt 80 Prozent der Energie im Gehirn. Nur 20 Prozent stehen dem Unterbewusstsein zur Verfügung. Für alles, was die Routine übersteigt, muss der Organismus neue Netzwerke anlegen, Botenstoffe und Signalkaskaden in Sekundenschnelle hochfahren und andere Körperfunktionen drosseln. In einer schwierigen Prüfung versinkt alles um einen herum, die Füße werden kalt, die Hände klamm. Das Gehirn saugt alle Energie ab.

Bewusstsein ist Luxus. Deshalb schaltet das Gehirn so oft es kann auf Autopilot. Der arbeitet billig, schnell und exakt. „Bloß nicht nachdenken“, lautet die Devise. „Wir sparen unsere Kraft für Neues, eventuell Gefahrvolles auf“. So ist der moderne Mensch oft gut beraten, seiner Intuition zu trauen. Immerhin hat sich diese Art, Entscheidungen zu fällen, in Jahrmillionen der Evolution entwickelt und bewahrt.

Trainieren kann mann seine Intuition in dem man ein Urzeitprogram simuliert. Und wer keine Extremsportler ist sollte sich mit Eisbädern beschäftigen.

Hier ein passender Ausschnitt aus dem Videokurs: Intuition – Die Kraft des Bauchgefühls – (klick hier)

Dein Fan

Volker

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Titelbild: pexels.com